Blog #9

Somatic Experiencing

– eine körperorientierte Methode der Traumaarbeit

Traumatherapie und Psychotherapie in Reutlingen

22. Februar 2026
Lesezeit: 6 Minuten
Traumatherapie Reutlingen
Foto: Jessica Weiller | unsplash.com
Viele Menschen, die nach Traumatherapie, haben bereits einiges ausprobiert: Gespräche, Coaching oder klassische therapeutische Ansätze. Und trotzdem reagiert der Körper weiterhin mit Stress, innerer Unruhe, Angst oder Erschöpfung. Das liegt häufig daran, dass Trauma nicht nur im Denken oder in Erinnerungen gespeichert ist – sondern vor allem im Nervensystem. Genau hier setzt Somatic Experiencing (SE) an. Diese Methode wird heute weltweit als körperorientierte Form der Traumatherapie eingesetzt. In meiner Praxis für Psychotherapie in Reutlingen stelle ich Somatic Experiencing als eine Möglichkeit vor, Trauma sanft und nervensystemorientiert zu bearbeiten.
In diesem Artikel erfährst du:
  • was Somatic Experiencing ist
  • warum diese Methode in der Traumatherapie eingesetzt wird
  • bei welchen Themen sie helfen kann
  • und warum du auf diesem Blog ein Tigerbild siehst

Was Somatic Experiencing ist

Somatic Experiencing ist eine Methode der Traumatherapie, die vom Traumaforscher Peter A. Levine entwickelt wurde. Der Ansatz entstand aus Beobachtungen aus der Neurobiologie, Stressforschung und Körperarbeit. Die zentrale Idee dahinter:
Trauma entsteht häufig nicht nur durch ein belastendes Ereignis selbst – sondern dadurch, dass das Nervensystem die Stressreaktion nicht vollständig abschließen konnte. Wenn Menschen eine überwältigende Situation erleben, aktiviert der Körper automatisch Überlebensreaktionen wie:
  • Kampf
  • Flucht
  • Erstarrung
Kann diese Energie nicht verarbeitet werden, bleibt das Nervensystem in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft. Somatic Experiencing arbeitet deshalb direkt mit dem Nervensystem und dem Körper. Die Methode hilft, festgehaltene Stressenergie langsam und sicher zu regulieren. Darum wird SE heute als eine wichtige körperorientierte Methode innerhalb der Traumatherapie betrachtet.

Warum Traumatherapie auch den Körper einbezieht

Viele Menschen merken: Sie verstehen ihre Geschichte – aber ihr Körper reagiert weiterhin stark. Typische Zeichen dafür können sein:
  • dauerhafte innere Anspannung
  • Angst oder Panik
  • Überforderung im Alltag
  • Schlafprobleme
  • starke Stressreaktionen
  • Erschöpfung oder inneres Abschalten
  • körperliche Beschwerden ohne klare medizinische Ursache
Das hängt damit zusammen, dass Trauma stark mit dem autonomen Nervensystem verbunden ist. In der Traumaarbeit mit Somatic Experiencing geht es deshalb darum, das Nervensystem zu stabilisieren Sicherheit im Körper wieder aufzubauen Stressreaktionen zu verstehen und schrittweise Regulation zu ermöglichen. Gerade Menschen, die gezielt nach Hilfe bei Trauma suchen, erleben diesen Ansatz oft als sehr unterstützend.

Warum du auf diesem Blog einen Tiger siehst

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass in Verbindung mit Somatic Experiencing häufig ein Tiger dargestellt wird. Das hat einen besonderen Hintergrund. Der Entwickler der Methode Dr. Peter Levine beobachtete in der Natur, wie Tiere mit Stress umgehen. Wenn ein Tier – zum Beispiel ein Tiger oder ein Reh – einer Bedrohung entkommt, beginnt sein Körper danach häufig zu zittern oder sich zu schütteln. Dadurch kann der Organismus die Stressenergie vollständig entladen. Nach kurzer Zeit kehrt das Tier wieder in einen ruhigen Zustand zurück. Beim Menschen passiert oft das Gegenteil: Wir unterdrücken diese natürlichen Reaktionen – aus Kontrolle, Anspannung oder weil wir funktionieren müssen. Somatic Experiencing orientiert sich deshalb teilweise an diesen natürlichen Prozessen im Tierreich. Der Tiger steht symbolisch für die Fähigkeit des Körpers, Stress wieder zu regulieren und zu seiner natürlichen Balance zurückzufinden.

Bei welchen Themen Somatic Experiencing helfen kann

Somatic Experiencing wird bei unterschiedlichen Belastungen eingesetzt, zum Beispiel bei:
Traumatischen Erfahrungen
  • Unfällen
  • medizinischen Eingriffen
  • Gewalt oder Übergriffen
  • plötzlichen belastenden Ereignissen
Frühen oder länger bestehenden Belastungen
  • schwierigen Kindheitserfahrungen
  • emotionaler Vernachlässigung
  • Beziehungstrauma
  • chronischem Stress
Typischen Trauma-Symptomen
  • Angstzuständen
  • Panikattacken
  • Nervosität oder Übererregung
  • innerem Rückzug
  • Erschöpfung
  • körperlichen Beschwerden ohne organische Ursache
Viele Menschen suchen deshalb gezielt nach Traumatherapie, wenn sie merken, dass ihr Nervensystem dauerhaft im Stressmodus ist.

Wie Somatic Experiencing in einer Sitzung aussieht

Eine Sitzung mit Somatic Experiencing unterscheidet sich oft von klassischer Gesprächstherapie. Wichtig zu wissen: Traumatische Ereignisse müssen nicht im Detail erzählt oder erneut durchlebt werden. Stattdessen arbeiten wir zum Beispiel mit:
  • Wahrnehmung von Körperempfindungen
  • kleinen Veränderungen im Nervensystem
  • Stabilisierung und Sicherheit
  • Ressourcen im Körper
  • langsamer Annäherung an belastende Themen
Ein zentrales Prinzip in SE ist, dass der Prozess in kleinen, gut regulierbaren Schritten stattfindet. Viele Klient*innen erleben dadurch:
  • mehr innere Ruhe
  • bessere Selbstregulation
  • weniger Stressreaktionen
  • ein stärkeres Gefühl von Sicherheit im eigenen Körper

Mein Ansatz in der Psychotherapie

In meiner Praxis für Psychotherapie und Traumatherapie in Reutlingen arbeite ich traumasensibel und nervensystemorientiert. Somatic Experiencing ist dabei eine Methode der Traumaarbeit, die ich nutze, um Menschen zu unterstützen bei:
  • der Regulation des Nervensystems
  • der Verarbeitung belastender Erfahrungen
  • dem Aufbau von Stabilität
  • dem besseren Verständnis eigener Stressreaktionen
Mir ist besonders wichtig:
  • ein sicheres therapeutisches Setting
  • ein Tempo, das zum Nervensystem passt
  • Stabilisierung vor tieferer Verarbeitung
  • eine vertrauensvolle Begleitung.
Wenn du auf der Suche nach Somatic Experiencing, Traumatherapie oder Psychotherapie in Reutlingen bist und dich für diese Form der körperorientierten Traumaarbeit interessierst, kannst du dich gerne bei mir melden.
Ich befinde mich aktuell in Ausbildung in Somatic Experiencing (SE) und biete SE-orientierte Sitzungen an, die regelmäßig supervisorisch begleitet werden. Dabei arbeite ich achtsam, verantwortungsvoll und in dem Tempo, das dein Nervensystem vorgibt.
Herzliche Grüße,
Stephanie Wildenberg – Heilpraktikerin für Psychotherapie
Praxis für Psychotherapie, Coaching & Supervision Kanzleistr. 24 72764 Reutlingen
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